Swisslus Szenario – was uns diesen Dienstag erwarten KÖNNTE

Die Gerüchteküche ist seit geraumer Zeit am Brodeln und doch wissen die wenigsten, was genau Apple am kommenden Dienstag aus dem Hut zaubern wird. Auch ich wage mich mit einer Prognose aus dem Fenster. Die Angaben basieren auf verschiedenen Gerüchten und eigenen Interpretationen.

Allein der Standort der Präsentation lässt aufhorchen. Üblicherweise finden die Herbst-Präsentationen vor verhältnismässig kleinem Publikum im Apple Campus in Cupertino statt. Anstelle der wenigen hundert Gäste können nun rund 2‘400 Sitzplätze belegt werden. Darüber hinaus ist dieser Ort für Apple auch geschichtsträchtig – 1984 präsentierte Steve Jobs den ersten Macintosh.

Wäre das nicht genug, hat Apple vor dem Haupteingang auch noch ein grosses, weiss umhülltes Gebäude erbauen lassen. Dessen Funktion ist weitestgehend unbekannt. Erst dachte ich, es könnte sich um eine Bühne handeln – doch macht dies nur wenig Sinn, da im Gebäude selbst bereits eine bestens ausgestattete Bühne vorhanden ist. Vielmehr vermute ich darin ein Handson-Gebäude, wo die neu vorgestellten Produkte von den Besuchern begutachtet und getestet werden können.

Flint-Center mit mysteriösem Apple-Anbau (Quelle: 9to5mac)
Flint-Center mit Apple-Anbau (Quelle: 9to5mac)

iPhone

Dass ein neues iPhone präsentiert werden wird, steht ausser Frage. Das Design der 4.7‘‘ und 5.5‘‘ Geräte gingen schon mehrfach um die Welt und gelten als bestätigt. Die Bildschirme werden mit einer neuen Retina-Display-Generation ausgerüstet, die einerseits kontrastreicher, anderseits aber auch höher aufgelöst. Die Geräte bleiben dabei im 16:9 Format und erleichtern den Entwicklern damit die Anpassungen ihrer Apps. Die von 9to5mac angegebenen Auflösung von 828×1472 Pixel (359 ppi) für das 4.7‘‘ Display scheinen mir realistisch – demgegenüber könnte ich mir aber gut vorstellen, dass grösseren Gerät sogar ein FULL-HD Bildschirm eingebaut werden wird. Aufgrund dem immer gleich bleibenden Format wäre es theoretisch möglich, die komplette App in FULL-HD zu programmieren und dann via iOS-SDK auf die anderen Auflösungen herunter zu rechnen.
Damit das iPhone – allen voran die 5.5‘‘ Version – auch künftig mit einer Hand bedient werden kann, wird sich per Software-Einstellung ein Einhandbetrieb aktivieren lassen. Zudem verschiebt sich der Sleep-Button von oben auf die rechte Seite verschieben, damit das Gerät einfacher in den Standby-Modus schalten lässt.

Angetrieben werden beide Geräte mit einem neu entwickelten Dualcore A8-Chip mit über 2 GHz Rechenleistung. Zum Vergleich: Das iPhone 5s besitzt mit seiner A7-Version einen Dual-Core 1.3 GHz SoC, das iPad Air hat immerhin 1.4 GHz. Beibehalten wird Apple wohl den 1 GB RAM, obwohl dank der 64-Bit-Architektur nun mehr als 4 GB möglich wären.

Verbessert wird natürlich auch die Kamera. Deren gibt Apple eine so grosse Bedeutung, dass sie sogar ein Design-No-Go eingehen: Weil das Kameramodul dicker als das Handy selbst ist, entsteht auf der Rückseite des iPhones ein kleiner, abstehender „Pickel“. Die verbesserte Kamera fasst eine Auflösung von 12MP und unterstützt den Fotografen mit verbesserten Bildstabilisatoren und detailgetreueren Farben.

Das iPhone 6 wird – wenn überhaupt – ausschliesslich in der 5.5 Zoll-Variante mit Saphir-Glas versehen.

Eine der spannendsten Neuerungen des iPhone 6 wird die Unterstützung von NFC sein. Damit ist es möglich, auf schnelle und unkomplizierte Art Bezahlungen durchzuführen oder bei Erreichen eines Standortes bestimmte Einstellungen vorzunehmen. So wäre es theoretisch möglich, mit einem im Schlafzimmer deponierten NFC-Sender das iPhone in den Flugmodus zu setzen oder zumindest den Do not Distub-Modus zu aktivieren.

Eine Weiterentwicklung erhält auch der Fingerabdrucksensor. Dieser arbeitet nun noch zuverlässiger und senkt die Wahrscheinlichkeit, auf Fälschungen hereinzufallen.

Das alte iPhone 5s wird in seiner bisherigen Form nicht weiterverkauft, sondern als „Wolf im Schafspelz“ weiter als überarbeitetes iPhone 5c vertrieben.

iPhone und iWatch-Mockup (Quelle: 9to5mac)
iPhone- und iWatch-Mockup (Quelle: 9to5mac)

iWatch

Die iWatch wird nach langer Zeit endlich wieder die lang ersehnte Innovation bei Apple werden. Die Uhr mit ca. Briefmarkengrossen Bildschirm“ wird dank einem kleinen internen Speicher (wohl 4 oder 8 GB) Als Ergänzung zum iPhone auf den Markt gebracht. Auch die iWatch hat einen NFC-Chip, wird aber mit Bluetooth 4.0 an das iPhone gekoppelt. Es besitzt eine Kamera und verschiedene Sensoren – u. A. Pulsmesser – und unterstütz den Besitzer bei seinen täglichen Aufgaben. Dazu gehören:

  • Das Verfassen von Nachrichten und zwar nach demselben Prinzip, wie wir es bereits aus der iOS 8 Nachrichten-App kennen: Per Sprach- oder Videonachricht, optional durch Siri-Diktat
  • Navigation zu Fuss oder auch mit dem Auto – damit der Blick nicht mehr immer auf das Handy gerichtet werden muss
  • Beantworten von Anrufen, wie wir es bereits via iPad und Mac kennen – das funktioniert natürlich auch über die iWatch
  • Siri-Integration
  • Continuity-Funktion – Appentwickler können auf den iWatch-Bildschirm zugreifen, indem sie (nach demselben Prinzip wie Continuity) per Knopfdruck Informationen an die Uhr übermitteln können. Beispiele:
    • Fitness-Apps
    • Musik-Apps
    • Spiele
  • Das Continuity-Feature funktioniert natürlich auch in umgekehrter Reihenfolge – Push-Benachrichtigungen werden auch auf die App übertragen und können da geöffnet werden. Bei Hervorholen des iPhones (oder eines anderen iOS-Devices) kann via Continuity direkt in die entsprechende App gewechselt werden.

Die Bedienung ähnelt jenem des alten iPod nanos: Durch Wischbewegungen kann durch die verschiedenen Menüs navigiert werden.

Das Aufladen geschieht kabellos – dafür hält die Uhr kaum länger als zwei Tage aus – und das, obwohl verschiedenste Stromsparmassnahmen vorgenommen werden. Unter Anderem soll die Uhr aufgrund von Bewegungen und Sensoren selbstständig in den Energiesparmodus wechseln.

Von der iWatch sind bisher nur Mockups vorhanden, auch Zertifizierungen sind bisher nicht vorgenommen worden. Deshalb gehe ich davon aus, dass Apple uns – wie damals bei der Präsentation des ersten iPhones – erst einen Prototyp vorstellen wird und das finale Gerät erst Anfang 2015 erhältlich sein wird.

Bezahlsystem

Eine grosse Neuerung von Apple wird die Revolution im mobilen Bezahlen sein: In Kombination mit der iWatch und dem Fingerabdrucksensor wird das iPhone zu einem der sichersten Instrumente zum bargeldlosen Zahlen. Bereits heute besitzt Apple einen Kundenstamm mit Millionen von Kreditkartendaten, die endlich genutzt werden sollen. So kann eine Bezahlung erst dann ausgelöst werden, wenn iPhone und iWatch sich in unmittelbarer Nähe befinden und der Fingerabdruck (plus Passwort, falls höherer Betrag) korrekt gelesen wird.

Die Bezahlung erfolgt direkt via Kreditkarte oder über die Apple ID. Damit wird es möglich, per NFC zu bezahlen, ohne dass man eine Kreditkarte besitzen muss. Es reicht, wenn man über eine iTunes-Karte sein Guthaben auflädt.

Allenfalls kombiniert werden kann diese Funktion mit iBeacon. Dank iBeacon kann sich der Kunde besser im Einkaufsladen orientieren und spezifische Informationen zu einem Produkt einholen, das er dann via NFC und / oder iBeacon bezahlen kann.

iHealth / HomeKit

Um iHealth wirklich nutzbar machen zu können, muss es mit Daten gefüttert werden. Einen Teil davon holt sich das Gerät aus dem M7 bzw. M8 Coprozessor des iPhones, einen anderen Teil von der iWatch.

Anders sieht es wiederum bei Homekit aus: Hier hat Apple zwar einige geeignete Drittanwendungen im App- und auch Apple Online Store, jedoch keine eigenen Produkte. Hier wird Apple mit eigenen NFC und iBeacon Lösungen in den noch jungen Markt eindringen und so den Beginn einer neuen Ära im Heimnetzwerkbereich einläuten.

iPad

Das iPad wird am kommenden Dienstag keine grössere Rolle spielen. Erst im Oktober werden dann die neuen Geräte genauer vorgestellt.

Das neue iPad Air 2 wird mit einem leicht modifizierten A8 Chip ausgestattet und erhält einen Fingerabdrucksensor. Auf einen NFC-Chip wird wohl erst einmal verzichtet.

Immerhin wird das iPad mit 2GB RAM ausgestattet. Damit wird es möglich, zwei Apps nebeneinander ausführen zu können.

Darüber hinaus erhält das iPad eine entspiegelnde Beschichtung, damit es auch draussen besser benutzt werden kann. Und: Es wird neben einer schwarzen und weissen Version auch eine goldene geben.

Macs

Auch von den Macs werden wir nichts Neues erfahren. Diese werden – zusammen mit den neuen iPads – im Oktober vorgestellt. Hierzu gehören die üblichen Prozessor-Updates  – neue Gerätekategorien wird es wohl nicht geben.

iLife / iWork

Aufgrund der Neugestaltung von OS X kann davon ausgegangen werden, dass auch die iLife und iWork-Applikationen ein Update erhalten werden. Dazu gehören Designanpassungen und Funktionserweiterungen. Vor allem bei letzterem gibt es noch viel zu optimieren, um im Funktionsumfang an die alte iWork-Version heranzukommen. Aber auch auf diese wird erst im Oktober-Event genauer eingegangen.

 

Update vom 9. September

Laut gemäss Cultofmac  soll das neue iPhone nicht nur ein splitterfreies Saphir-Glas erhalten, sondern auch wasserabweisend sein. Die Auflösung soll dabei bei 960×1704 Pixel liegen. Zudem soll das grössere iPhone 2GB RAM erhalten. Womöglich ein Indiz, dass auch dieses Gerät zwei Anwendungen nebeneinander geöffnet haben kann. Enttäuschend dafür der Akku: Dieser soll deutlich kleiner als gedacht sein.

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